Gemeinsames Vorgehen in Sachen Klärschlamm

Durch neue Gesetze müssen ab 2023 die Kläranlagenbetreiber darlegen, wie sie der “Phosphor Rückgewinnungspflicht” nachkommen wollen. Klar ist: Die Klärschlammentsorgung muss neu überdacht werden und beschäftigt zurzeit kommunalpolitische Gremien und Mandatsträger in der gesamten Republik. Etliche Kommunen im Rhein-Sieg-Kreis müssen neue Entsorgungswege für die Kläranlagen-Abfälle finden. Diese neue Situation stellt auch die Gemeinde Eitorf, deren Vertrag mit den Entsorgern ausgelaufen ist, vor ein großes Problem. Die Trocknung und Entsorgung der rund 1200 Tonnen wurde bislang jährlich öffentlich ausgeschrieben, nur gab es diesmal keine Angebote mehr.

Im letzten Betriebsausschuss wurde beschlossen, dass Klärschlamm in Zukunft nicht wie gewohnt verwertet werden kann, sondern verbrannt werden soll. Dazu möchte die Gemeinde Eitorf mit anderen Kommunen eine gemeinsame Lösung in Form einer kooperativen Gesellschaft finden.

Thomas Welteroth
Thomas Welteroth

Ausschussmitglied Thomas Welteroth:„Eine eigene Entsorgungsanlage zu bauen und zu betreiben macht bei der Größenordnung, die eine Kommune wie Eitorf an Klärschlamm produziert, keinen Sinn. Mit der neuen Verordnung gehen gravierende Veränderungen einher, daher werden wir in einem detaillierten Konzept bis 2023 darlegen, wie wir uns mit unseren Partnern positionieren.“

Sara Zorlu
Sara Zorlu

Hierzu ergänzt die stellvertretende Vorsitzende des Betriebsausschusses Sara Zorlu: „Es ist gut, dass Rückstände der Kläranlagen künftig nicht mehr als Dünger auf den Acker gekippt werden dürfen. Denn Klärschlamm enthält zum Teil umwelt- und gesundheitsgefährdende Stoffe, die am Ende auf unserem Teller landen. Die hier im Ausschuss getroffene Entscheidung gemeinsam eine Gesellschaft zu gründen, schont Menschen und Umwelt. Aus ökologischer und ökonomischer Sicht erscheint mir das gemeinsame Vorgehen sinnvoll, da Phosphor in Deutschland endlich und vollständig von Importen abhängig ist. Künftig kann durch die Rückgewinnung ein großer Anteil des  nationalen Bedarfs gedeckt und Abhängigkeiten verringert werden. Eine Zusammenarbeit der Kommunen ist es, was die Region hier stark macht.“

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