SPD Rhein-Sieg diskutierte über den Arbeitsmarkt und die Rente der Zukunft

Dass gute Arbeit und sichere Renten Themen sind, die viele Menschen bewegen, zeigte sich beim zweiten Diskussionsabend der Veranstaltungsreihe „Klartext“ der SPD im Rhein-Sieg-Kreis. Im vollbesetzten Saal der Biologischen Station in Eitorf debattierten die geladenen Experten und die Gäste kontrovers und engagiert. Die Veranstaltungen dienen der inhaltlichen Vorbereitung der Debatte auf dem anstehenden Kreisparteitag der SPD, bei der die Partei ihr Profil an zentralen politischen Themen schärfen und Zukunftsperspektiven entwerfen will.

Einen optimistischen Blick auf den Wandel von Arbeit warf Ralf Kutzner, geschäftsführendes Bundesvorstandsmitglied der IG Metall, indem er dazu aufrief, den Wert der Arbeit zu schützen und den etwa an den Megatrends Globalisierung oder Digitalisierung sichtbar werdenden Wandel aktiv zu gestalten. Dabei seien gerade Gewerkschaften und auch die Sozialdemokratie gefordert, Solidarität auch in einer komplexen, flexiblen und zergliederten Arbeitswelt zu organisieren. Dass sichere und gut bezahlte Arbeitsplätze auch die Grundlage für eine sichere Rente im Alter sind, betonte Severin Schmidt von der Abteilung Wirtschafts- und Sozialpolitik der Friedrich-Ebert-Stiftung, der einen Blick auf die Herausforderungen in der Rentenpolitik warb und die erste Säule des umlagefinanzierten Rentensystems als „Hauptverteidigungslinie“ für eine progressive Politik ausrief.

In einer engagierten Diskussion wurden Ideen für die Gestaltung des Arbeitsmarktes und eine zukunftssichere Rente ausgetauscht. „Ein entscheidender Punkt ist, dass das Rentenniveau nicht weiter absinkt. Hier kämpft die SPD für eine langfristige Garantie. Die Union blockiert eine Lösung. Die Finanzierung einer sicheren Rente gegen Altersarmut muss breiter aufgestellt sein, etwa durch die Einbeziehung stärkere Zuschüsse aus der Besteuerung von Gewinnen aus Kapitalgeschäften“, fasste Sara Zorlu, Vorstandsmitglied der SPD Rhein-Sieg und Moderatorin zusammen. In seinem Schlusswort betonte der Juso-Kreisvorsitzende Mario Dahm, dass man die Debatte um ein gutes Rentensystem nicht zum Generationenkonflikt verklären darf, um Mini-Renten zu rechtfertigen. Die gesellschaftliche Konfliktlinie verlaufe nicht zwischen Jung und Alt, sondern zwischen Arm und Reich. „Lasst uns über diese Zukunftsthemen streiten und Antworten für soziale Sicherheit präsentieren, wo andere schweigen. Die sogenannte „AfD“ hat auf diesen Gebieten inhaltlich gar nichts zu bieten“, warb Dahm für eine mutige Debatte auch in Abgrenzung zum Rechtspopulismus.

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