„Seit letzter Woche ist die Ausschreibung für die neue Breitband-Förderung online und der Rhein-Sieg-Kreis arbeitet bereits an der Umsetzung“, freut sich der Bundestagsabgeordnete für Rhein-Sieg, Sebastian Hartmann (SPD), der Mitglied des Ausschusses für Verkehr und digitale Infrastruktur ist “Die Kreisverwaltung hat mitgeteilt, dass sie mit Hochdruck an einem Antrag arbeitet, um mehr Internetverbindungen von 50 Megabit pro Sekunde im Rhein-Sieg-Kreis realisieren zu können“, so Sebastian Hartmann weiter. „Jetzt zahlt sich aus, dass die SPD-Kreistagsfraktion bereits im Herbst 2014 einen Antrag gestellt hat, „schnelles Internet“ im Rhein-Sieg-Kreis zu fördern. Daraufhin wurden Mittel im Haushalt für eine Markterkundung bereitgestellt. Die hieraus gewonnen Daten sind jetzt bei der Antragserstellung hilfreich und tragen dazu bei, dass wir jetzt schnell handeln können“, so Hartmann weiter. Der Hintergrund: Der Bund und das Land Nordrhein-Westfalen stellen bei der neuen Breitbandförderung bis zu 90 Prozent der Mittel für einen Ausbau in Gebieten bereit, in denen sich ein Ausbau für die Privatwirtschaft nicht lohnt.

SPD Eitorf: Warum nutzen wir nicht die vorhandene Kabelinfrastruktur als Übergangslösung?
In Kehlenbach müssen wir uns derzeit mit maximal 47 Mbit/s Internetgeschwindigkeit zufriedengeben. Gleichzeitig hören wir immer wieder vom geplanten Glasfaserausbau. Doch bis dieser tatsächlich überall abgeschlossen ist, können noch Jahre vergehen.
Bei meinen Recherchen bin ich auf eine interessante Frage gestoßen: Früher wurden in Eitorf Kabel für Kabelfernsehen durch die damalige Deutsche Bundespost verlegt. In meinem eigenen Haus gibt es noch einen solchen Kabelanschluss der Post.
Warum wird nicht geprüft, ob diese vorhandene Infrastruktur noch nutzbar ist und für schnelleres Internet eingesetzt werden könnte?
Ein Blick in die Nachbarschaft zeigt, was technisch möglich ist: In Hennef werden über moderne Kabelanschlüsse Internetgeschwindigkeiten von bis zu rund 1.000 Mbit/s angeboten. Warum sollte man nicht auch in Eitorf prüfen, ob die vorhandene Kabelinfrastruktur entsprechend genutzt oder modernisiert werden könnte?
Moderne Koaxialkabel können mit geeigneter Netztechnik Gigabitgeschwindigkeiten ermöglichen. Es geht mir ausdrücklich nicht darum, den Glasfaserausbau infrage zu stellen, sondern darum, vorhandene Möglichkeiten als Übergangslösung zu nutzen, bis Glasfaser tatsächlich in allen Ortsteilen verfügbar ist.
Meine Fragen an die SPD im Gemeinderat Eitorf:
Wurde jemals systematisch geprüft, wo die früher verlegten Kabel der Deutschen Bundespost noch vorhanden sind und ob sie für Internet genutzt werden können?
Könnte man diese Infrastruktur durch einen geeigneten Netzbetreiber aktivieren oder modernisieren lassen?
Warum sind in der Nachbarstadt Hennef Gigabitgeschwindigkeiten über Kabel möglich, während wir uns in Kehlenbach mit maximal 47 Mbit/s zufriedengeben müssen?
Was unternimmt die Gemeinde, um unsere Internetversorgung kurzfristig zu verbessern, anstatt ausschließlich auf den zukünftigen Glasfaserausbau zu verweisen?
Es kann doch nicht die Lösung sein, jahrelang auf Glasfaser zu warten, während die Menschen in Kehlenbach heute mit einer Internetversorgung leben müssen, die längst nicht mehr zeitgemäß ist.
Ich wünsche mir keine weiteren allgemeinen Versprechungen, sondern eine ernsthafte Prüfung vorhandener Möglichkeiten und konkrete Antworten.
Digitalisierung muss auch in Kehlenbach stattfinden – und zwar nicht erst irgendwann in ferner Zukunft!