Viel Zustimmung für Ende des „Turbo-Abiturs“

Viel Zustimmung für Ende des „Turbo-Abiturs“

Viel Zustimmung für Ende des „Turbo-Abiturs“
Die Schulzeitverkürzung am Gymnasium in NRW hat für viel Ärger gesorgt, vor allem bei Schülern, die das Gymnasium in acht statt bisher neun Jahren absolvieren müssen. Um über eine Reform des „Turbo-Abiturs“ zu diskutieren, hatte der Landtagsabgeordnete Dirk Schlömer zu einer Podiumsdiskussion eingeladen. Die Bildungspolitikerin Renate Hendricks stellte den Reformvorschlag der SPD vor, der wieder eine Sekundarstufe 1 von sechs Jahren und eine Oberstufe zwischen zwei und vier Jahren vorsieht. Das Modell würde flächendeckend an allen Gymnasien wieder ein Abitur nach neun Jahren vorsehen und gleichzeitig für leistungsstarke Schüler eine Verkürzung auf „G8“ ermöglichen. Entscheidend, so Hendricks, sei der Blick auf den Einzelnen, der über seine individuelle Zeit bis zum Abitur erst in der neunten Klasse entscheiden müsse.

Von seinen positiven Erfahrungen mit einem ähnlichen Modell konnte Moritz Michel, Schüler des Antonius-Kolleg in Neunkirchen-Seelscheid, berichten, weil das Gymnasium als Modellschule schon beide Varianten anbietet, allerdings mit der Entscheidung schon vor Beginn der 5. Klasse. Der Gymnasiast wünschte sich eine spätere Entscheidungsmöglichkeit, wie im Modell der SPD. Gegen das heutige G8-Modell argumentierte Tim Münster, Sprecher der Juso-SchülerInnen NRW, und kritisierte den aufgebauten Druck und die fehlende Zeit für Berufsorientierung oder auch Freizeit. Auch Martin Roth, Schulleiter des Hennefer Gymnasiums, hielt die Ziele von G8 für verfehlt. Er plädierte für ein durchlässiges System, in dem die Entscheidung über den endgültigen Weg möglichst weit nach hinten verschoben ist. Organisatorische Probleme, sowohl G8 als auch G9 in einer Schule anzubieten, sah der Schulleiter nicht. Elternvertreterin Andrea Kaminski bemängelte genau wie Roth, dass bei G8 die Lerninhalte oft nicht mit der Entwicklung und Reife der Schüler zusammenpassten. Einig war man sich darin, dass bei einem flexiblen Modell das Abitur nach neun Jahren wohl wieder die Regel werden würde.

Landtagsabgeordneter Dirk Schlömer sah viel Zustimmung für das Modell „G9flexi“ der SPD, das nun weiter mit Experten diskutiert werden soll, um ein Modell zu finden, das für die nächsten Jahrzehnte Klarheit schafft und Schülern wieder mehr Zeit lässt.

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