SPD-Eitorf fordert die Rückübertragung der Geburtsstation in die Öffentliche Hand

Sara Zorlu

Rekommunalisierung der Geburtsstation Eitorf als mögliche Chance für den Erhalt

Mit der Mitteilung die Geburtsstation in Eitorf bis aus Weiteres zu schließen, traf die Leitung der Deutschen KlinikUnion die Eitorfer Bürgerinnen und Bürger völlig unerwartet. Auch die SPD wurde überrascht von diesem Schritt. Nach dem letzten Informationsstand, war ein so drastischer Schritt nicht voraussehbar, aber auch die Art und Weise der Aussenkommunikation ist aus Sicht der SPD unpassend. Zum jetzigen Zeitpunkt sind alle politischen Kräfte gefordert nach Lösungen für den Erhalt zu suchen. Aus diesem Grund zieht die SPD Eitorf es in Betracht, offen über eine (Teil-) Rückübertragung der Geburtsstation in die Öffentliche Hand zu sprechen. Die Erwartungen an die neuen privaten Träger wurden in diesem speziellen Fall nicht erfüllt. Der Verkauf und das damalige Konzept der DKU (Deutsche KlinikUnion) sah keine Schließung der Geburtsstation vor. Schließlich war der DKU durch die aufgewendeten Mittel sehr wohl klar, dass diese Station einen besonderen Wert für die Gemeinde hat. Sonst hätte die SPD einer Privatisierung unter diesen Umständen nicht zugestimmt.

Es hat den Anschein, dass Bürgermeister Dr. Storch sich mit der aktuellen Situation und deren Entwicklung abgefunden hat. Das ist nicht hinnehmbar. Gerade in einer emotional so angespannten Situation möchten die Bürgerinnen und Bürger aber insbesondere die Betroffenen Ideen und Lösungsvorschläge sehen, wie man die Station erhalten kann. Man stellt sich die Frage, ob der Bürgermeister überhaupt an einer Lösung interessiert ist. In der aktuellen Lage ist es sinnvoll über Rückübertragung der Geburtsstation nachzudenken. Die SPD Fraktion stellt an Verwaltung und Bürgermeister den Antrag alle Möglichkeiten einer Rückübertragung der Geburtsstation zu prüfen. Dabei ist der SPD wichtig, eine interkommunale Trägerschaft mit den Nachbarkommunen zu berücksichtigen. Es besteht ein breites öffentliches Interesse und ein dringender Bedarf am Fortbestand der Geburtsstation für den östlichen Rhein-Sieg-Kreis. Aus angrenzenden Kommunen hat man schon besorgte Stimmen zur aktuellen Entwicklung geäußert. Denn diese sind auch direkt betroffen.

Überraschenderweise hat die Kassenärztliche Vereinigung (KV) ebenfalls ein Interesse, diesen Standort für die Region zu erhalten. Sie hat bei der Suche nach Belegärzten regional niedergelassene Ärzte angeschrieben –- positive Rückmeldungen liegen schon lange vor. In der letzten Ratssitzung, bei der das Thema auf die Tagesordnung gesetzt wurde, berichtete die Geschäftsführung des Krankenhauses das Gegenteil: es lägen keine Interessenbekundungen vor.
Sara Zorlu Die Geburtsstation in Eitorf muss erhalten bleiben. „Natürlich löst die Rückübertragung in die öffentliche Hand nicht das Problem von alleine. Uns geht es um ein anderes Geschäftsmodell, welches das Gemeinwohl vor den Gewinn stellt,“ erklärt die stellv. Fraktionsvorsitzende Sara Zorlu. „Viele Krankenhäuser in Deutschland wurden seit Jahren durch Unterfinanzierung des Gesundheitswesens konsequent in die Privatisierung getrieben.“ Gerade dort, wo es um die medizinische Versorgung auf dem Land geht wird Stück für Stück die Grundversorgung abgebaut, was den ländlichen Raum schwächt.

Alexander Jüdes Zu dieser Entwicklung stellt der Ortsvereinsvorsitzende der SPD Eitorf, Alexander Jüdes, fest: „Diese Entwicklung betrachten wir kritisch. Wir sollten ernsthaft über die Möglichkeit einer Rückübertragung der Geburtsstation nachdenken. Uns ist hierbei eine interkommunale Kooperation besonders wichtig, ein gemeinsames Engagement aller betroffenen Kommunen würde unsere Spielräume erheblich erweitern und die Region langfristig stärken. Eine Rekommunalisierung wäre daher ein logischer Schritt.“

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