Ratssitzung der Gemeinde Eitorf

In der letzten Ratssitzung brachte der Bürgermeister einen Sachstandsbericht zur Eitorfer Flüchtlingssituation ein.
Aufgrund vieler Gespräche hatte die SPD-Fraktion schon im Juli beantragt, eine Sammelstelle zur Unterbringung von Sachspenden aus der Bevölkerung einzurichten. Viele Ehrenamtler möchten diese Spenden koordinieren und müssen aktuell ihre privaten Räume dazu nutzen. Irritiert zeigt sich die SPD-Fraktion darüber, dass dies überhaupt nicht erwähnt wurde und anscheinend seitens des Bürgermeister keine Notwendigkeit besteht – das sieht die Bevölkerung nicht so!

Viele Eitorfer Bürgerinnen und Bürger wissen eben nicht, wo sie ihre Spenden abgeben können. Die Gemeindeverwaltung ist jedenfalls nicht zuständig, wenn sich Bürger an die Gemeinde wenden. Viele Spenden werden bereits nach Hennef gebracht, weil es dort eine öffentliche Sammelstelle gibt.
In dem Bericht wurde vor allem die besonders gute Arbeit der Flüchtlingsinitiative und der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Verwaltung aufgezählt. Die SPD-Fraktion lobt ausdrücklich diese enorme Hilfsbereitschaft und die vielen Angebote, die es in Eitorf gibt. Nichtsdestotrotz sollte die Gemeinde Eitorf ihre zur Verfügung stehenden Kanäle und Medien offensiv nutzen, um über Angebote zu informieren. Was hätte sich besser angeboten als auf dem dem „Fest der Internationalen Begegnung“ die Menschen offensiv und öffentlich willkommen zu heißen und über die kommende Situation aufzuklären? Die Patenschaften sollten im Mitteilungsblatt und auf der Homepage der Gemeinde aktiv beworben werden. Wenn man auf der Homepage der Gemeinde Eitorf konkrete Informationen sucht, findet man bedauerlicherweise keine. Die positiven Angebote im Freizeitbereich, die Sprachförderung durch Freiwillige und die Hilfestellung bei Behördengängen sind Dinge, die man auch offensiver bewerben sollte. Ein Hinweis zum Spendenkonto auf der Homepage wäre schon ein Schritt in die richtige Richtung. Da geht es unter anderem um Rechtsanwaltskosten und vieles mehr.

Wir stehen vor einer besonderen Herausforderung, die uns nicht nur in den nächsten Monaten beschäftigen wird, sondern auch in den nächsten 10 Jahren.
Dazu geben der SPD Ortsvereinsvorsitzende Alexander Jüdes und die Fraktionsvorsitzende Sara Zorlu eine gemeinsame Erklärung ab: „Wir erleben zurzeit die schlimmste Bevölkerungsflucht seit vielen Jahrzehnten. Nie waren mehr Menschen gezwungen ihre Heimat aus Angst zu verlassen als heute. Für uns steht ausser Frage, dass die Unterbringung nicht allein eine staatliche, sondern auch eine gesellschaftliche Aufgabe darstellt. Es ist wichtig, dass die Gemeinde Eitorf in dieser Situation ein verlässlicher Partner ist und die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer nach Kräften unterstützt. Wir werben für einen offenen Dialog, der nur geführt werden kann wenn die Bürgerinnen und Bürger regelmäßig informiert werden und alle Akteure auf dem gleichen Informationsstand sind.“

Äußerungen einer FDP-Ratskollegin, dass solche Informationen für rechte Hetze missbraucht würden, stellt sich die SPD klar entgegen. Nur Transparenz und eine offene Diskussion innerhalb der Bevölkerung lässt eine solche Entwicklung bereits im Keim ersticken.

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