Eitorfer Innenort geht leer aus – Zweites Subzentrum im Auel geschaffen

Theater am Park in Eitorf

Es ist genau das eingetreten wovor die SPD-Fraktion eindringlich gewarnt hat. Im Planungsausschuss Anfang letzten Jahres haben CDU, FDP, Grüne, BfE und UWG für eine Verlagerung von Einzelhandel auf das ehemalige Gelände des Baumarktes gestimmt. Demnach wird die Drogeriemarktkette DM vom Markt in den Auel verlagert, ein zweiter Aldi  entsteht und ein im REWE Auel ansässiger Blumenladen zieht dorthin. Die SPD-Fraktion war und ist die einzige Fraktion, die nicht umgekippt ist und sich gegen eine weitere Ansiedlung von zentrenrelevantem Sortiment im Auel ausgesprochen hat. Mit dieser Entscheidung wurde der Innenort nachhaltig geschwächt. Die Bezirksregierung teilte der Gemeinde Eitorf vor dem Jahreswechsel mit, dass die Gemeinde im Rahmen des Förderprojektes IHK von A auf C heruntergestuft wird und somit keine Förderungen für den Innenort bekommt. Eitorf ist die einzige Gemeinde, die heruntergestuft wurde. Dieses Szenario war allen Fraktionen bekannt.

Schlussendlich hat die Verlagerung von zentrenrelevantem Sortiment in den Auel dazu geführt, dass die Gemeinde Eitorf eine große Chance zur Weiterentwicklung verpasst hat. Geplante Projekte, für die eine Menge Geld bereits ausgegeben wurde, sind nicht mehr förderfähig. Die Verlagerung der Bibliothek mit dem Anbau Theater am Park, die Umgestaltung des Marktplatzes und der Posthof sind jetzt auf dem Prüfstand. Eine Neugestaltung des Marktplatzes ist mit Fördermitteln des IHK nicht mehr möglich. Die Einstufung von A auf C ist eine deutliche Verschlechterung. Der Stillstand wurde nicht nur herbeigeredet, sondern von allen anderen Fraktionen, sehenden Auges beschlossen. In der Vergangenheit wurden in Eitorf zukunftsweisende Entscheidungen regelmäßig verhindert. Hierzu äußert sich sachkundiger Bürger und langjähriges Mitglied des Ausschusses für Stadtplanung

Frederic Jüdes
Frederic Jüdes

Frederic Jüdes: „Wir haben uns als einzige Fraktion gegen ein zweites Subzentrum auf dem ehemaligen Baumarktgelände entschieden. Das hatte gute Gründe, die uns leider bestätigt wurden. Wir haben vor sechs Monaten auf die Förderschädlichkeit dieser Entscheidung hingewiesen, dieser Fall ist jetzt wie uns der Bürgermeister mitgeteilt hat, eingetreten. Die geplanten Projekte für das Zentrum, jahrelange Beratungen und Gelder sind futsch. Eine einmalige Chance für den Ortskern und dessen Weiterentwicklung sind damit vertan.“

Die Richtlinien für die Förderung von Maßnahmen der Stadtentwicklung enthalten besondere Nebenbestimmungen. In Bezug auf Nr. 1 der FRL (Förderrichtlinie) steht, dass die Genehmigung von großflächigen Einzelhandelsvorhaben außerhalb des zentralen Ortes dazu beitragen, dass die Gesamtmaßnahme bedroht oder unmöglich gemacht wird und die Bezirksregierung die Gesamtmaßnahme aussetzen oder teilweise widerrufen kann. Das ist mit der Rückstufung von A nach C nun erfolgt. Die Förderrichtlinien lagen auch den anderen Ratsfraktionen als Tischvorlage zur APUE-Sitzung Anfang 2020 vor. Mit Verlängerung der Veränderungssperre und einem neuen Bebauungsplan, hätte man das integrierte Handlungskonzept retten können.

Bernd Thienel
Bernd Thienel

Stellvertretender Fraktionsvorsitzender Bernd Thienel stellt kritisch fest: „Wir haben nicht nur auf die Gefahr der Förderschädlichkeit, sondern auch auf die Verkehrssituation hingewiesen, die bereits jetzt im Auel und auf dem REWE Parkplatz sehr angespannt ist. Dem Gesamtkonzept des IHK hat die Bürgerinitiative zum Marktplatz (besser Parkplatz) den ersten Schaden zugefügt, denn der direkte Parkraumbereich war nicht mehr förderfähig. Nun folgte der zweite Niederschlag, denn durch die Ratsentscheidung gegen die Veränderungssperre, war das Urteil des VG Köln zu erwarten. Die Bürgerinitiative ist auffällig still. Sie hat nur erreicht, dass alles beim Alten bleibt und andere politisch Verantwortliche umgekippt sind. Das war vor 15 Jahren genauso, als es um das Fachmarktzentrum ging. Fortschrittliche Entscheidungen, die für das Gemeinwohl sind, werden regelmäßig von Wenigen torpediert. Nun haben diese Kräfte sich zum wiederholten Male an der Zukunft der Gemeinde vergangen.“

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