Keine Rettung der Schoeller Arbeitsplätze!

Seit dem vergangenen Freitag ist es nunmehr endgültig: Es gibt keine Rettung für die 110 bei Schoeller in der Färberei bestehenden Arbeitsplätze! "Eine unternehmerische Ent­scheidung, die angesichts des Weltmarktes notwendig ist": so das Fazit am Ende der Gespräche zwischen Franz Albers, Vertreter der Eigentümerfamilie, und der Eitorfer Verhandlungsdelegation, die sich am vergangenen Freitag in Frankfurt getroffen hatten. Neben Bürgermeister Dr. Rüdiger Storch, der Schoeller Betriebsratsvorsitzenden Rosi Kapageridou, dem CDU-Fraktionsvorsitzenden Michael Diwo, dem Werksausschussvor­sitzenden Alwin Müller gehörte auch SPD-Fraktionsvorsitzender Dietmar Tendler zur Verhandlungsdelegation, der die Gesprächsatmosphäre nur als kühl und arrogant bezeich­nen konnte.

Tendler:
"Wir waren in der Verantwortung, alles – aber auch alles – zu ver­suchen, um die Entscheidung der Geschäftsleitung doch noch positiv im Sinne eines Erhaltes der Eitorfer Arbeitsplätze zu beeinflussen. Hierzu bestand Einigkeit innerhalb der Ratsfraktionen, nachdem im Vorfeld der Gemeinderat die Angelegenheit Schoeller an sich ziehen musste, weil Bürgermeister Storch hier beim Krisenmanagement objektiv keine gute Figur abgegeben hatte. Über die Fraktionsgrenzen hinweg bestand auch Einigkeit, dass um doch noch ein Kehrtwende zu erzielen, man mit denjenigen sprechen muss, die die Entscheidungen wirklich treffen. Dies war und ist bei der Schoeller Gruppe die Familie Albers.
Wir standen auch nicht mit leeren Händen da. Die Beschäftigten hatten erheblichen Lohnverzicht bei Erhalt ihrer Arbeitsplätze angeboten. Der Gemeinderat hatte die Verhand­lungskommission zu einem umfassenden Angebot hinsichtlich der Kosten für die Erweite­rung des Eitorfer Klärwerkes ermächtigt. All' dies interessierte nicht mehr! Die Entschei­dung war getroffen und unumkehrbar! Selbst bei vollem Lohnverzicht der Beschäftigten, so Franz Albers, wäre nichts mehr zu retten.

Schluss mit der Augenwischerei im Hinblick auf Grenzwerte bei der Einleitung von Schoeller Abwasser in die Sieg. Schluss mit einem von Schoeller geforderten Entgegenkommen der Gemeinde Eitorf bei der Kostenbeteiligung der Klärwerkserweiterung, die letztlich vorwiegend durch Schoeller erforderlich wurde. Eine schlichte betriebswirtschaftliche Entscheidung über die Rentabilität der Färberei am Schoeller-Standort Eitorf war und ist ausschlaggebend. Ob und wieweit ein Rest unter­nehmerischer Verantwortung für den Traditionsstandort Eitorf bei Schoeller verblieben ist, wird die Zukunft zeigen!

Es gilt nun im Zusammenwirken mit der Beschäftigungsför­derungsgesellschaft Targos einen akzeptablen Sozialplan für die 110 Betroffenen und ihre Familien" auf die Beine zu stellen". Wir werden in Solidarität mit der Belegschaft hierzu gemeinsam mit Bürgermeister Storch jede erdenkliche Unterstützung leisten! Wir werden jedoch auch in Verantwortung um die künftige Entwicklung dieser Gemeinde die nötigen Dinge anstoßen, damit ein solcher "Gau" wie bei Schoeller sich nicht wiederholt. Die Eitorfer Unternehmen bitte ich deshalb eindringlich, frühzeitig neben dem Bürgermeister auch die Unterstützung der Ratsfraktionen zu suchen und einzufordern, um gemeinsam eine Lösung für bestehende Krisenlagen zu finden."

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