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Aug
02
2010
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Unerwartete Kehrtwende bei der Gesamtschulfrage
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Die
Jusos im Rhein-Sieg-Kreis begrüßen die Kehrtwende des Kölner
Regierungspräsidenten Lindlar, der den Rhein-Sieg-Kreis durch eine
Verfügung dazu aufforderte, eine neue Kreisgesamtschule zum 1.8.2011
einzurichten und sind erfreut zu sehen, dass eine jahrelang vergeblich
vorgetragene Juso-Forderung nun überraschend umgesetzt wird. Überraschend
deswegen, weil alle Bemühungen, Initiativen und Forderungen bezüglich
einer Gesamtschule zuvor systematisch bekämpft wurden. Oftmals sind
Bemühungen in diese Richtungen an vorgeschobenen Formalitäten
gescheitert, obwohl der Bedarf und der Elternwille eindeutig waren und
nach wie vor bestehen. Dass ein Bedarf nun doch plötzlich auch offiziell
unstreitig ist, verwundert und erfreut die Jusos zugleich.
Dennoch
sehen die Jusos nicht die Möglichkeit, dass mit der Einrichtung einer
neuen Kreisgesamtschule dem Elternwillen im gesamten Kreisgebiet endlich
entsprochen werden kann. Der Bedarf liegt weit höher, als dass ihn eine
neue Kreisgesamtschule allein decken könnte. Diesen Bedarf sehen die
Jusos im Bereich der oberen Sieg, des Siebengebirges, des Ballungsraums
Siegburg/Troisdorf und im Bereich der linksrheinischen Kommunen.
Die
Jusos fordern, dass nun alle Beteiligten schnell zueinanderfinden,
sodass an der neuen Kreisgesamtschule schon bald Schülerinnen und
Schüler gemeinsam lernen können. Die neuen politischen Verhältnisse im
Land werden diesen Prozess sicherlich beschleunigen, genauso wie die
neue SPD-Regierungspräsidentin in Köln.
Weiterhin
fordern die Jusos, dass die neue Kreisgesamtschule im Ganztagsbetrieb
ihre Arbeit aufnimmt. „Anscheinend hält nun auch der CDU-Landrat Kühn
den Ganztagsbetrieb für ‚selbstverständlich‘. Das verwundert uns, weil
bis vor kurzem die abgewählte schwarz-gelbe Landesregierung Bemühungen
dieser Art kategorisch bekämpft hat. Herr Kühn scheint Herrn Rüttgers,
Frau Sommer und Herrn Lindlar nicht zu kennen. Es ist aber
begrüßenswert, dass ideologische Zwänge durch einen öffentlichen Dialog
fallen, erschreckend allerdings, wenn dies nur durch hierarchischen
Druck passiert“, sagt Juso-Kreisgeschäftsführer Alexander Jüdes.
Die
Juso-Kreisvorsitzende Sara Zorlu erklärt: „Die Gesamtschulen sind für
uns die Keimzelle eines zukunftsweisenden Schulkonzeptes. Die im
Rhein-Sieg-Kreis bestehenden und zukünftigen Gesamtschulen müssen in die
Weiterentwicklung unseres Bildungssystems mit einbezogen werden. Vor
allem muss hier eine Diskussion auch im Hinblick auf mögliche
Gemeinschaftsschulen im Rhein-Sieg-Kreis eingeleitet werden. Da ist die
Politik gefragt, ihre grundlegenden Zielvorstellungen deutlich zu machen
und diese der Öffentlichkeit zur Diskussion zu stellen, auch über den
nächsten Wahltag hinaus. Das Ziel der Jusos ist hierbei eindeutig
längeres gemeinsames Lernen.“ |